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Fotocollage mit Karl V. an der Klosterprobstei im brennenden Mühlberg anno 1547

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19.11.2018

Kreisheimatkundetag widmete sich dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren

Zum 24. Mal gab es spannende Regionalgeschichten im Gemeindezentrum Bad Liebenwerda zu erleben

Thematisch hatte der Kreisheimatkundetag 2018 eine bunte Palette an Vorträgen zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren zu bieten, die rund 100 Heimatforscher und Mitglieder von Heimatvereinen in das evangelische Gemeindezentrum zog

Thematisch hatte der Kreisheimatkundetag 2018 eine bunte Palette an Vorträgen zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges vor 400 Jahren zu bieten, die rund 100 Heimatforscher und Mitglieder von Heimatvereinen in das evangelische Gemeindezentrum zog

Mit der längsten Tradition greifen seit 24 Jahren die Kreisheimatkundetage Elbe-Elster regionalhistorische Themen auf und regen Heimathistoriker und Fachwissenschaftler zum intensiven Diskurs an. Das Kulturamt des Landkreises Elbe-Elster als Veranstalter freute sich über das vollbesetzte Gemeindezentrum, in dem es um sechs verschiedene heimatkundliche Geschichten aus dem Elbe-Elster-Gebiet ging. Obwohl das Ereignis des Dreißigjährigen Krieges bis heute im kulturellen Gedächtnis der Deutschen verankert ist und zu den bekanntesten Ereignissen der deutschen Geschichte zählt, kennt kaum einer die genauen Fakten und Hintergründe dieser epischen Katastrophe. Der Kreisheimatkundetag widmet sich in verschiedenen Vorträgen diesem Konflikt, der von 1618 bis 1648 dauerte. Die über 100 Heimatfreunde versanken förmlich in die Zeit dieses Krieges, der vor genau 400 Jahren seinen Anfang nahm und damit über Jahrzehnte Angst und Schrecken verbreitete.

Marco Kollenberg von der Universität Potsdam gab Einblicke über Plünderungen, Einquartierungen und Schwedentränken der Söldner gegen die Zivilbevölkerung

Marco Kollenberg von der Universität Potsdam gab Einblicke über Plünderungen, Einquartierungen und Schwedentränken der Söldner gegen die Zivilbevölkerung

So referierte Marco Kollenberg von der Universität Potsdam über Plünderungen, Einquartierungen und Schwedentränken und gab Einblicke in Erfahrungen und Wahrnehmungen von Gewalt im Dreißigjährigen Krieg anhand von Selbstzeugnissen aus der Mark Brandenburg. Er sagte: „Es gibt viele Namen von kriegsführenden Fürsten und Feldherren, doch die Auswirkungen auf die einzelnen Menschen, vor allem der Zivilbevölkerung, sind nur spärlich und stichpunktartig dokumentiert. Doch was an Gewaltexzessen stattfand, dazu Hunger und Seuchen, können sich heute Lebende kaum vorstellen. Die Kunst widmet sich zwar mit Gemälden und Radierungen dem Thema, doch die ausgeübte Gewalt in ihren unterschiedlichsten Formen für den Betrachter darzustellen, fällt schwer. Marco Kollenberg spannte einen weiten Bogen vom Gewaltverständnis vor 400 Jahren bis heute. Körperlich Züchtigungen mit Schlägen bis hin zu grausamster Folter und Ermordungen lassen sich kaum begreifen. Es gibt aus der Zeit des 30-jährigen Krieges aber einige wenige Tagebücher mit Erlebnissen z.B. von Peter Hagendorff oder August von Eckstädt. Doch alle zeigen, dass die Hemmschwelle zur Gewalt äußert niedrig war.

In einer spannenden Regionalgeschichte gab Dr. Rainer Ernst Erinnerungen des Zeitzeugen Methusala preis, einem Einwohner aus Massen, der die Zeit im Dreißigjährigen Krieg erlebte

In einer spannenden Regionalgeschichte gab Dr. Rainer Ernst Erinnerungen des Zeitzeugen Methusala preis, einem Einwohner aus Massen, der die Zeit im Dreißigjährigen Krieg erlebte

Auch Dr. Rainer Ernst aus Massen gab Erinnerung des Zeitzeugen Methusala preis, einem Einwohner aus Massen, der die Zeit im Dreißigjährigen Krieg erlebte. Die Region an Elbe und Elster im Dreißigjährigen Krieg war das Thema von Gerd Günther von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises. Über Bodenfunde dieser Zeit aus der Region wusste der Schliebener Dr. Gert Wille vom Freundeskreis Zliuuini zu berichten.

Dr. Rainer Pohl aus Falkenberg referierte über den verschwundenen jüdischen Friedhof von Uebigau.

Dr. Rainer Pohl aus Falkenberg referierte über den verschwundenen jüdischen Friedhof von Uebigau.

Passend dazu auch der Herzberger Heimatforscher Ulf Lehmann. Er sprach über sein neuestes Buch, dass das Thema Notgeldbehandelt,  – das Geld der Not in Elbe-Elster. Eine Vielzahl von Vorträgen mit oft hohem wissenschaftlichem Anspruch sorgte auch beim diesjährigen Kreisheimatkundetag immer wieder für eine große und interessierte Zuhörerschar, auch wenn es einem bei mancher zitierter Begebenheit schauderte.

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