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02.11.2018

Volksbundmitglieder bei den „Schicksalsklärern“ in Berlin

Führung für die Gäste aus Elbe-Elster in der Deutschen Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht/Volksbund-Haus- und Straßensammlung in Elsterwerda
Die Zentralkartei der Deutschen Dienststelle (WASt) in Berlin umfasst aktuell rund 18 Millionen alphabetisch-phonetisch geordnete Karteikarten.

Dieser Tage (23. Oktober) besuchten rund zwei Dutzend Kreisverbandsmitglieder und Unterstützer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Deutsche Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht in Berlin. Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, der zugleich Kreisvorsitzender des Volksbundes in Elbe-Elster ist, hatte dafür einen Bus organisiert, der die Volksbund-Aktivisten aus dem Landkreis von Bad Liebenwerda und Finsterwalde aus nach Berlin brachte. Die Einrichtung war 1939 vom damaligen Oberkommando der Wehrmacht zur Registrierung sämtlicher Personalverluste der Wehrmacht infolge Verwundung, Krankheiten, Tod, Vermisstsein und Kriegsgefangenschaft entstanden. Auch Personalien von Soldaten, die nach dem Krieg von ihren Angehörigen gesucht wurden, erhielten einen Eintrag in die dortige Zentralkartei, die aktuell rund 18 Millionen alphabetisch-phonetisch geordnete Karteikarten umfasst.
Unterlagen für die Schicksalsklärug

Bis in die heutige Zeit hat sich der Schwerpunkt der Aufgaben der Dienststelle immer wieder verlagert. In den ersten Nachkriegsjahren war man fast ausschließlich damit beschäftigt, Sterbefälle von ehemaligen Wehrmachtangehörigen zu bearbeiten. Auch aus den Kriegsgefangenenlagern und Lazaretten in Frankreich, Großbritannien oder den USA kamen Meldungen über verstorbene Soldaten. Sie wurden an die zuständigen Standesämter weitergeleitet, damit diese Sterbeurkunden erstellen konnten. Auch heute noch werden alle amtlichen Dokumente, die weiterhelfen, etwas über das Schicksal eines Soldaten zu erfahren, gesammelt, ausgewertet und bearbeitet.

Die Volksbundmitglieder aus Elbe-Elster informierten sich zur Geschichte, den Aufgaben und zu den Unterlagen in der Deutschen Dienststelle (WASt) in Berlin

Zusätzlich wird die WASt wegen ihres einmaligen Materials von Privatpersonen und Behörden in einer Vielzahl von Fällen in Anspruch genommen, die mit dem Dienst in der Wehrmacht und dessen Auswirkung auf unzählige Bereiche zusammenhängen, die dazu beitragen, Schicksale von Soldaten aufzuklären. Die Nutzung und Auswertung der Unterlagen ermöglicht auch anderen Institutionen wie zum Beispiel dem Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes oder dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ihre Aufgaben zu erfüllen.

Michael G. Dürre (l.), Mitarbeiter der Dienststelle im Referat Aktenverwaltung, erläuterte Details der Arbeit der Behörde.

Alle diese Hintergründe erfuhren die Gäste aus Elbe-Elster bei ihrem Besuch, der mit einer kurzen Einführung und der Filmvorführung „Die Schicksalsklärer“ begann. Mit Ausführungen zur Geschichte, den Aufgaben und zu den Unterlagen, sowie über mehrere Schautafeln konnten die Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die Tätigkeit der Deutschen Dienststelle (WASt) nehmen. Einige Gäste nutzten die Gelegenheit und stellten einen Antrag zu ihren Angehörigen. Es wurden viele informative Gespräche geführt und Erklärungen, zum Beispiel zu den Recherchen für einen militärischen Werdegang, in der Dienststelle gegeben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten im Anschluss im Rahmen eines kleinen Rundgangs über ihre Arbeit und den Kontakt mit den Angehörigen. Sichtlich berührt verfolgten die Volksbund-Aktivisten aus Elbe-Elster die Schilderungen der Aufgaben, die auch Aufarbeitung und Versöhnung über Grenzen hinweg im Rahmen der Erinnerungskultur bedeuten.

„Die Fahrt war ein Dankeschön an die vielen aktiven Mitglieder bei uns im Kreisverband, die seit vielen Jahren engagiert die Volksbundarbeit unterstützen. So kamen allein 2017 Spenden in Höhe von rund 5.200 Euro für den guten Zweck zusammen“, sagte Christian Heinrich-Jaschinski. Um einen guten Zweck geht es auch bei der traditionellen Haus- und Straßensammlung für die Volksbundarbeit am 21. November in Elsterwerda. Dann wird Landrat Christian Heinrich-Jaschinski zusammen mit Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich von 10.30 bis 11.30 Uhr auf der Suppenmeile, Markt Elsterwerda, um Spenden werben.

Das Besucherbüro der Deutschen Dienststelle (WASt) für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht in 13403 Berlin (Reinickendorf), Eichborndamm 179, ist

Montag bis Mittwoch: 09:00 Uhr – 14:00 Uhr,

Donnerstag: 10:00 Uhr – 18:00 Uhr,

und Freitag: 09:00 Uhr – 13:00 Uhr geöffnet.

Darüber hinaus ist die Behörde telefonisch unter 030 41904-0 (Zentrale) oder per E-Mail unter dd-info@dd-wast.de sowie im Internet unter www.dd-wast.de erreichbar.

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