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Fotocollage mit Karl V. an der Klosterprobstei im brennenden Mühlberg anno 1547

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30.03.2026

Der Traum einer Renaissance-Prinzessin

Museum Mühlberg 1547 zeigt Multimedia-Installation zu Maria von Ungarn als Schwester Karls V. und Machtpolitikerin

Maria von Österreich, Königin von Ungarn, Meister der Magdalenenlegende, 1531

Maria von Österreich, Königin von Ungarn, Meister der Magdalenenlegende, 1531
© Museum der Schönen Künste, Budapest, Ungarn - Montage Musée royal de Mariemont
Das Museum Mühlberg 1547 öffnet ab dem 27. März mit einer Multimedia-Ausstellung einen eindrucksvollen Zugang zur Welt der Renaissance und zur europäischen Machtpolitik des 16. Jahrhunderts. Ausgangspunkt ist ein historischer Ort, der selbst eng mit der Epoche verbunden ist: Mühlberg, geprägt durch Klostertradition und die Ereignisse der Reformationszeit, wird zum Resonanzraum für die höfische Kultur der Habsburger. Drei Medieninstallationen ermöglichen ein vielschichtiges Erleben. Historische Ansichten, Klangräume und audiovisuelle Rekonstruktionen machen die Zeit Kaiser Karls V. sinnlich nachvollziehbar.
Im Zentrum der Ausstellung steht Maria von Ungarn, eine der bedeutendsten politischen Persönlichkeiten ihrer Zeit. Als Schwester von Karl V. und Statthalterin der Niederlande agierte sie in einer Phase tiefgreifender religiöser und politischer Umbrüche. Während Karl V. mit strengen Maßnahmen gegen den Protestantismus die Einheit seines Reiches zu sichern suchte, verfolgte Maria einen diplomatischeren Kurs. Zeitgenössische Quellen weisen darauf hin, dass sie reformatorischen Ideen mit Interesse und innerer Offenheit begegnete, ohne sich offen zu positionieren. Als Regentin erwies sich Maria als strategisch denkende Machtpolitikerin, die entscheidend zur Stabilisierung der habsburgischen Herrschaft beitrug. Nach dem Tod ihrer Tante Margarete von Österreich übernahm sie die Verantwortung für die Niederlande – eine der wirtschaftlich bedeutendsten Regionen Europas. Hier nutzte Maria Kunst und Kultur gezielt als Instrument politischer Repräsentation. An ihren Höfen, insbesondere in Binche und Mariemont (heute Belgien), entstand ein lebendiges Zentrum der Renaissancekunst. Architektur, Musik und bildende Kunst dienten nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern waren Ausdruck von Ordnung, Macht und dynastischer Kontinuität.

Die Ausstellung vermittelt diese facettenreiche Persönlichkeit mithilfe moderner digitaler Technologien. Im Rahmen des europäischen Projekts MARY4ALL wurden verlorene Räume, Kunstwerke und Klangwelten der Renaissance virtuell rekonstruiert. Ziel ist es, historische Forschung, künstlerische Praxis und technologische Innovation miteinander zu verbinden und ein immersives Erlebnis zu schaffen. Zu den Kooperationspartnern zählen das Domaine & Musée royal de Mariemont als koordinierende Institution, die KU Leuven (beide Belgien), das RicercarLab sowie das Centre d’études supérieures de la Renaissance (beide Frankreich). Darüber hinaus ist das Netzwerk der Kulturrouten Kaiser Karls V. beteiligt, zu dem auch Mühlberg gehört. Die im Projekt entwickelten Installationen werden an mehreren europäischen Standorten präsentiert, neben Mühlberg in Brüssel (Belgien), Laredo und Granada (Spanien).

Kontakt


Herr Torsten Hoffgaard

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