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Reformation und die Schlacht bei Mühlberg

Die Stadt Mühlberg gehörte ab 1485 zum albertinischen Teil Sachsens, dessen Herzog Georg der Bärtige sich gegen die Erneuerungen der Kirche gewehrt hatte. Erst sein Thronfolger und Bruder, Herzog Heinrich der Fromme, erklärte 1539 den Protestantismus zur Staatsreligion, in dessen Folge auch das Mühlberger Kloster aufgelöst wurde. Acht Jahre später kam es mit der „Schlacht bei Mühlberg“ zu einer folgenschweren militärischen Begebenheit zwischen der Veröffentlichung von Martin Luthers Thesen und dem 30-jährigen Krieg.

Schlachtdarstellung Mühlberg; Gemälde nach einem historischen Holzschnitt (Kreismuseum Bad Liebenwerda)

In der Schlacht bei Mühlberg fanden die militärischen Konfrontationen des Schmalkaldischen Kriegs zwischen Kaiser Karl V. und den protestantischen Staaten ihr Finale.

Nachdem es dem ernestinischen Kurfürsten Johann Friedrich der Großmütige nicht gelungen war, sein Heer zu vergrößern, marschierte er von Meißen der Elbe folgend in Richtung Wittenberg. Am 23. April 1547pausierte die Armee bei Mühlberg, dessen Umgebung ausreichend Platz und Versorgungsmöglichkeiten bot. Johann Friedrich wähnte sich durch den Fluss in Sicherheit und nur einige Wachen sicherten das Lager zur Elbe hin. Südlich des Flusses näherte sich das Heer Kaiser Karl V., dem es gelungen war, den Vorsprung des Gegners wettzumachen, um jetzt am gegenüberliegenden Elbufer sein Lager aufzuschlagen.
Als sich am Morgen des 24. April die kurfürstlichen Truppen zum Weitermarsch vorbereiteten griffen die Kaiserlichen an. Eine aufgeschlagene Schiffsbrücke wurde zum Ziel erster Kämpfe. Den Gegnern gelang es, teils schwimmend, teils eine nahe Furt nutzend, die Elbe zu überqueren, um die kurfürstlichen Truppen anzugreifen. Diese zogen sich mehr fliehend als kämpfend zurück. Am Abend wurde der Kurfürst von Thilo von Trotta festgenommen.

Mit Unterzeichnung der Kapitulation von Wittenberg verlor Johann Friedrich die Kurwürde und sein Territorium an der mittleren Elbe an den mit Karl V. verbündeten Moritz von Sachsen. Nach Verbüßen einer fünfjährigen Haftzeit durfte er nicht mehr in seine Residenz nach Wittenberg zurückkehren. Er zog nach Weimar, wo er 1554 verstarb.
Mit der Schlacht bei Mühlberg büßte die ernestinische Linie dauerhaft ihre machtpolitische Bedeutung sein. Trotz seines militärischen Erfolges verzichtete Karl V. auf die vor allem von Bayern geforderte „Zwangskatholisierung“ aller protestantischen Fürstentümer. Er favorisierte vorerst eine Interimslösung, welche mit dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 manifestiert wurde. Der Sieg über den Protestantismus war jedoch nur vorläufig. Es bedurfte noch einhundert weitere Jahre bis die konfessionelle Spaltung in Mitteleuropa endgültig öffentlich erklärt wurde.

Gedenkstein der Schlacht bei Mühlberg an der Elbe bei Borschütz



Somit wurde Mühlberg ein fester Bestandteil der Reformationsgeschichte, obwohl die Stadt von dem Kampfgeschehen nicht unmittelbar betroffen war. Erst in dessen Folge wurde sie von den siegreichen kaiserlichen Truppen geplündert und gebrandschatzt.

Fotos und Text: Stadtmuseum Mühlberg

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